Das trojanische Pferd Kaiser Karl des Großen

Wer sich mit den Anfängen der deutschen Geschichte befaßt, wird zweifelsohne
auf seinen Namen treffen : Karl, genannt der Große, welcher von 768 bis 814
lebte. Natürlich gab es auch schon vorher deutschstämmige Größen in der Ge –
schichte, in der Antike vornehmlich zu finden unter den Heerführern und
Stammesfürsten. Aber zumeist schlugen diese ein paar große Schlachten und
wurden dann selbst erschlagen. Und das zumeist auch noch von ihren eigenen
Landsleuten. Ein zentraler deutscher Staat war damals noch lange nicht in
Sicht. Aber wenden wir uns wieder Karl dem Großen zu, Nachfahre einer ganzen
Reihe von fränkischen Herrschern und jähzornigen Schlagetots, angefangen vom
alten Childerich I. bis hin zu Karl Martell. Die meisten dieser Herrscher
waren zumeist damit beschäftigt das Erbe des Childerich I. zu mehren und
vor den eigenen Verwandten zu schützen.
Nun ist ja fast allen die homerische Sage um Troja hinlänglich bekannt und
man wird sich nun fragen, was denn nun Karl der Große mit besagtem trojan –
ischen Pferd zu tun habe. Und dennoch eroberte Karl der Große die deutschen
Lande mit eben solch einem besagten Pferde. Nun werden natürlich sämtliche
Historiker mit einem ungläubigen Kopfschütteln diese Sache verneinen. Aber
nicht doch meine werten Herren, ich meine hier natürlich ein bildhaft ge –
sprochenes trojanisches Pferd, denn eben jenes besagte trojanische Pferd
stellte die katholische Kirche für Kaiser Karl dar. Genau genommen müssen
wir hier von mehreren Pferden sprechen, die in Form von Klöstern, Mönchen
und Missionaren nach dem, was da später einmal die deutschen Lande genannt
wird, kamen.
Wie dazumal die trojanischen Torwächter, so bekamen nunmehr die heidnischen
Germanen, vornehmlich zu aller erst die Sachsen, welche ja seit jeher die
Prügelknaben der Nation waren, die Heimtücke eines solchen Geschenkes zu
spüren. So wie einstmals jene griechischen Krieger aus dem Bauche des
hölzernen Pferdes krochen, um die Trojaner zu überrumpeln, so krochen
jetzt Mönche und Priester aus dem schützenden Bauch ihrer Klöster und
überzogen spinnennetzartig die deutschen Lande mit ihren festungsartigen
Klöstern und Kirchen. Gleich den griechischen Kriegern, welche die Stadt
Troja nieder brannten, so vernichteten sie die heidnischen Kultorte und
heiligen Stätten und verbreiteten ihren Glauben mit Feuer und Schwert.
Ebenso wie einst das blühende Troja versanken nun auch die deutschen
Landschaften in die barbarische Zeit des Mittelalters. Von der antiken
Kultur mit all ihrem Wissen, ihrer Kunst und ihrer Bildung, welche
einstmals von Griechenland als Wiege der Kunst und Kultur in Europa
ausging, welche die Römer mühsam und oftmals mit Gewalt den wilden
Germanen aufzupfropfen versucht hatten, blieben nur die Trümmer eini –
ger weniger antiker Statuen und Bauwerke über. Wie sehr doch glichen
diese nunmehr von der christlichen Religion bestimmte Kultur, im Gegen –
satz zu der dazu hohen Blüte der Antike, jenen Ruinen Trojas, welche
Jahrtausende später der deutsche Heinrich Schliemann ( *1822- †1890 )
bei seinen Ausgrabungen vorfand. Was sich da aus jenem trojanischen Pferd
Karl des Großen ergoß, sollte noch Jahrhunderte lang entscheidend dazu
beitragen, das Deutschland eines der rückständigsten Gebiete Europas
bleiben sollte, jedenfalls im geistigen Sinne. Und noch heute kann man
in jeder deutschen Stadt und in jedem Dorf eine exakte Nachbildung jener
trojanischen Pferde in Form von Kirchen besichtigen. Nun vollzog sich zu
Zeiten Karl des Großen dieser Prozeß nicht in allen Teilen des deutschen
Reiches, aber er begann mit ihm und setzte sich, wenn auch stellenweise
mit vierhundertjähriger Verspätung in ganz Deutschland gleich einem
Flächenbrand durch. Karl der Große war sozusagen jener Mann, der den
Funken an die Lunte legte.
Der größte Fehler Karl des Großen in der Geschichte war es, die Lenkung
seines neuen Staates in die Hände der Kirche zu legen. Die meisten dieser
ungebildeten Herrscher konnten ja nicht einmal etwas mehr als gerade einmal
ihren Namen schreiben und die Wenigen welche diese Kunst beherrschten, kamen
zumeist aus den Klöstern. Hinter diesen Klostermauer kam es unter voller
Ausnutzung des ´´ Bildungsmonopols „ zu den ersten Geschichtsverfälschungen
auf deutschem Boden. Das Monopol der Schrift ging auf die wenigen schreib –
kundigen Mönche über und wurde dort zumeist auf religiöse Themen beschränkt.
Zunächst schrieben sie nur die Phantasien von Generationen von jüdischen
Priestern und Schreiberlingen wieder und wieder nach, wobei sie ihre eigenen
verquerten Phantasien mit einfließen ließen, wobei sie die alten ´´ heiligen
Schriften „ mehr und mehr entstellten. Erst später werden sie auch daran
gehen, auch Geschichtschroniken und Annalen mit eben dieser ´´ christlichen „
Einstellung zu verfälschen. Aber das ist wieder eine ganz andere Geschichte.
Die Bischöfe waren die eigentlichen Herren im Lande. Die Kirche wurde Staat
und der Staat war die Religion. Letztendlich aber, wurde die einstmals als
trojanisches Pferd ins Land gebrachte Kirche zu einer Festung, die ihre Tore
weder vor den Feinden, noch vor ihren einstigen Herren öffnete.
Hier nun ähnelt der Wettlauf von Kirche und Adel der berühmten Fabel von dem
Wettrennen zwischen Meister Lampe und den Igeln. Wo immer der Adel auftauchte,
war die Kirche schon da. König und Adel blieben zwar die Reiter jenes trojan –
ischen Pferdes, aber das Pferd bestimmte bereits den Weg, in seinem Bauch,
pardon im Schoße der Kirche. Und gleich jenen apokalyptischen Reitern, die
Dürrer so überzeugend darstellte, so ritten sie über Deutschland hinweg. Und
am Throne Karls des Großen, der jenem von Jerusalem nachempfunden sein soll,
wird die ganze Erbärmlichkeit dieses Seins deutlich.

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