Über das Holocaust-Mahnmal vor Björn Hocke

Im Fall des sächsischen AfD-Abgeordneten Björn Höcke
welcher das Holocaust-Mahnmal in Berlin als ein „Mahn –
mal der Schande“ bezeichnet hat, huldigen die Politiker
der etablierten Parteien wieder einmal mehr dem Vergessen.
Immerhin war Höcke nicht der Erste, der dieses Mahnmal
als eine Schande bezeichnet !
Anläßlich des 60. Jahrestages der Befreiung des KZs
Auschwitz im Jahre 2005 sagte der frühere israelische
Botschafter in Deutschland, Avi Primor nämlich :
´´ Mahnmäler zur Verewigung der eigenen Schande er –
richtet ? Dazu haben bis heute nur die Deutschen den
Mut und die Demut gehabt. „
Sichtlich ist es da also diesen Politikern in Deutsch –
land glatt entgangen, dass führende Politiker in Israel
das Holocaust-Mahnmal ebenfalls als „Schande“ be –
trachten.
Der Vizepräsident des Zentralrats der Juden, Salomon
Korn gab in einem Interview im SPIEGELS ( Heft 12/
2004 ) im März 2004 unverblümt zu : ´´ Ich hatte
anderes vorgeschlagen, etwa eine Säule des Branden –
burger Tors provisorisch zu verkleiden. Oder einen ganz
schmalen Graben vor dem Reichstag zu ziehen, als Aus –
druck einer offenen Wunde. Man muss dann über den
Graben gehen, wenn man in den Reichstag will oder aus
ihm kommt. Als integraler Bestandteil der deutschen
Geschichte hätte ein solches Mahnmal eher geschmerzt,
als es ein isoliert stehendes Mahnmal auf freiem Ge –
lände vermag. „
Am 10. Mai 2005 erklärte Wolgang Thierse : “ Das
Denkmal wird Anstoß bleiben, der Streit darum wird
weitergehen „. Man wusste also sehr wohl, was man
mit der Errichtung dieses Mahnmals bezweckte.
Schon im Jahre 2003 stellte Sven Möller von der
Reaktion Initiative-Dialog in ´´ Lea Rosh als Phäno –
men und Mahnmal „ vom 29. Oktober fest : ´´ Wenn
das Mahnmal aber nicht aus Solidarität entsteht, also
aus Freiwilligkeit der ´´ Unbeteiligten-Perspektive `´
und trotzdem subjektiv in deren Mitte und auf deren
Kosten entsteht, dann wird der Bevölkerung das Mahn –
mal zum Strafmal, was kontraproduktiver kaum vor –
stellbar sein kann. „
Claudia Schwartz stellte 2004 in der Neuen Züricher
Zeitung ( NZZ ) vom 18. Dezember fest : ´´ ´´ Von der
Reichstagskuppel aus gesehen mutet das Bauwerk an wie
ein grosser, mitten in die Stadt hinein gepflasterter, un –
sinniger Flecken, der sich nicht in seine Umgebung ein –
passt . . . Als Stein des Anstosses schiebt sich das Beton –
mosaik immer wieder in den Blick im Stadtbild des neuen
Berlin zwischen Reichstagskuppel und Potsdamer Platz.
Das hauptstädtische Postkartenidyll ist nur noch unter
Anstrengung zu bekommen „.
Severin Weiland stellte im ´´ Spiegel „ vom 10. Mai 2005
fest : ´´ ´´ Es war Paul Spiegel, der Vorsitzende des Zentral –
rats der Juden, der sich am Dienstag in seiner Rede hinter
die Forderung anderer Opfergruppen nach öffentlichen
Orten des Gedenkens stellte – für die der Homosexuellen
und die der Roma und Sinti. Spiegel ließ es sich nicht
nehmen, in einer kritischen Rede das Mahnmal zu wür –
digen und zugleich an seine Schwächen zu erinnern. Ohne
die historische Erinnerung, ohne die authentischen Vernicht –
ungsorte werde auf Dauer jedes abstrakte Denkmal seine
Wirkung als Zeichen gegen das Vergessen verlieren, mahnte
er . . . Indirekt kritisierte Spiegel auch die Erscheinungsform
und seine mögliche Wirkung. Es ehre zwar die Opfer, verweise
aber nicht auf die Täter : “ Die Täter und Mitläufer von einst
und deren heutige Gesinnungsgenossen müssen sich beim Be –
such des Denkmals nicht unmittelbar angesprochen fühlen.“
Trotz der Einwände unterstütze er aber das Projekt, so Spiegel :
“ Möge es dazu beitragen, jene Erinnerung wach zu halten, die
mit dem Verstummen der Zeitzeugen zu verblassen droht.„
Christian Bommarius urteilte in der ´´ Berliner Zeitung „ vom
13. Mai 2005 über die Initiatorin des Holocaust-Mahnmals :
´´Aber sie ist keine Närrin, ihre Schuldfähigkeit steht außer
Frage. So lautet das Urteil: Lea Rosh ist die hässlichste
Deutsche dieser Tage. Ihr Wort ist uns Ekel und eine Qual
und eine Schande ist sie jedem, der fühlt. „
Sichtlich täten die Politiker im Bundestag besser daran, an –
statt nun die Überwachung von AfD-Politikern zu fordern,
sich selbst einmal mit der deutschen Geschichte zu befassen
und es wäre wünschenswert, wenn sie dabei doch gleich ein –
mal zuerst mit der Geschichte des Baus des Berliner Holo –
caust-Mahnmals und deren Initiatoren anfangen würden.
Nur wer die eigene Geschichte nicht kennt, trifft solch
eklatante Fehlentscheidungen !
Fazit : Die Äußerungen von Björn Höcke stellen keine „Volk –
Verhetzung“ dar, sondern sind schlicht und ergreifend nur
bloßer Vorwand für gewisse Politiker, um gegen eine ihnen
mißliebige Partei ein Versammlungsverbot zu erwirken. Es
ist also nichts als ein infames Spiel der Politik.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s