Gemeinplätze oder die Neuerfindung der Sprechblase

Im ´´Tagesanzeiger „ war Dominique Eigenmann
sehr in Eile als er einen Artikel über Frank-Walter
Steinmeier schreiben musste. Immerhin hatte der
Letztere schon einen Tag zuvor der ´´ WELT „
ein Interview gegeben.
Mit dem Fluch des ewig Zuspätkommenden legt
der Autor dann los. Dabei passierte dann das Miß –
geschick, da ihm auf der Stelle nichts rechtes ein –
fallen wollte, – und Rechts geht ja schon mal gar
nicht – , wie man es nun am besten umschreibt,
dass doch Politiker nur Blasen quatschen. Kann
man ja nicht so offen schreiben. Immerhin ist es
ja des Politikers in Deutschland tägliches Brot,
viel zu reden ohne jemals wirklich etwas zu sa –
gen. Aber wie umschreibt man das ?
Eigenmann, wie schon der Name es sagt, etwas
eigenwillig, fiel da nur folgender sensationeller
Satz ein : ´´ In seinen Reden perlen die Gemein –
plätze nur so daher, selbst wenn er ganz eindring –
lich und ernst sein möchte „.
Schon war es passiert ´´ Plätze „ statt ´´ Sätze „ !
Der Leser mag es gelassen nehmen, denn ganz
gewiß können Steinmeiers Sprechblasen mittler –
weile schon ganze Plätze füllen.
Wird der linke Politiker in Deutschland fortan
nicht mehr Allgemeinsätze von sich geben, son –
dern gemeine Plätze ?
Dominique Eigenmann hat es jedenfalls geschaftt
mit ´´ Gemeinplätze „ das Wort des Jahres 2017
zu erfinden. Und nichts beschreibt besser all das
Geschwätz der Jamaika-Koalitionsverhandlungen.

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