Anna Prizkau patzt

Nachdem Class Relotius sich mit seinen wunder –
schönen und preisverdächtigen Geschichten aus
dem buntdeutschen Blätterwald verabschiedete,
war es die Chance für die zweite große Geschich –
tenerzählerin, nämlich für Anna Prizkau!
Derselben bescheinigte Relotius Leib und Magen –
blatt ,,Der Spiegel„ auch schon ,, wahnsinnig
schöne, traurige Geschichten über das Ankom –
men in Deutschland„. Und hier kann man noch
Wahnsinn wörtlich nehmen, denn der hat bei
dieser Journaille durchaus Methode.
Die aus dem fernen Moskau zu uns gestossene
Migrantin Prizkau übt sich schon einmal, nun
wo durch die gezielten Pressekampagnen in den
sich in den USA schon in voller Fahrt befindlichen
Zug der BLM-Bewegung mit aufgesprungen und
es nunmehr überall nur so von Rassismus und
Diskriminierung nur so in Deutschland wim –
melt, an ihrer Opferrolle. Nur Relotius hätte
diese noch besser ausgefüllt und dies nicht im
dem bei der Prizkau üblichen Tonlage eines
Groschenromans, aber Class ist ja nun leider
für den ,,Qualitätsjournalismus„ verhindert
und so darf die Prizkau voll ran.
,, Einfach nur ein Wort zum Beispiel, in der
falschen Sprache. Und schon verschwindet
dieses mühsam erarbeitete Gefühl des Dazu –
gehörens und der Sicherheit, löst sich auf in
Nichts. Es stimmt halt nicht „ beginnt sie
und patzt gleich. In einem Land indem man
alles Englische geradezu anbetet, nimmt einen
das doch keiner ab. Da hat man sich von dem
Moskauer Exportschlager wohl etwas mehr
versprochen. Aber die ist nicht davon abzu –
bringen, hat sich quasi selbst in einen Roman
hereingeschrieben und weiß so nun nicht, da
wo Class Relotius in wunderbar wahnsinnige
Geschichten übergeht, mit ihrer Heldin nichts
anzufangen. Die zerfließt vor Selbstmitleid :
,, Ihre Herkunft weist sie als die Andere aus.
Niemals wird sie mit dieser Selbstverständlich –
keit all der Selbstverständlichen um sie herum
zum Beispiel mit ihren Eltern telefonieren kön –
nen. Es klingt bei ihr eben anders, fremd, falsch,
verkehrt. Ihr neues Leben ist nur „fast“ ein neues
Leben. Das alte klebt unlösbar an ihr dran „.
Erst einmal: Keine Privatgespräche am Arbeits –
platz. Was nämlich dann folgt, ist weder Rassis –
mus oder Diskriminierung sondern Alltag in
deutschen Büros!
Daneben ist es oft nicht das Fremde, sondern
die Anwesenden sind einfach nur genervt, wenn
in ihrer Nähe jemand lautstark telefoniert. Jeder,
der schon einmal einen Araber oder Schwarzafri –
kaner mit seiner Familie telefonieren gehört, der
kennt das Problem. Da wird ins Handy förmlich
hineingebrüllt als könne der Betreffende es nur
so sicherstellen, dass seine Worte auch auf der
anderen Seite ankommen. Das ist allenfalls be –
fremdlich aber nicht fremdenfeindlich.
Da haben wir uns von Anna Prizkau mehr ver –
sprochen als ein die Umstehenden nervendes
Telefonat!
Selbst im Relotius verwöhnten ,,Spiegel„ fällt
es Volker Weidemann auf: ,, Die Stories hängen
alle zusammen. Die Figuren-Konstellation ist im –
mer ähnlich, eigentlich ist es ein kleiner Episoden –
roman über das Leben einer jungen Einwanderin
auf schwankendem Grund „.
Natürlich sind es immer dieselben Geschichten!
Hätten Sie zum Beispiel in den 1990er Jahren 20
ruusische Juden unabhängig voneinander befragt,
warum sie nach Deutschland gekommen, hätten
ihnen alle 20 ein und dieselbe Geschichte erzählt,
wie sie in einem öffentlichen Verkehrsmittel ge –
sessen und jemanden über Juden schimpfen ge –
hört und dies zum Entschluß geführt sofort Russ –
land zu verlassen. Der einzige Unterschied in den
Geschichten war der, dass es mal in Bus und mal
in einem Zugabteil geschah. Und wenn sie dies 20
Mal identisch gehört, beginnen Sie es langsam zu
begreifen, dass es eben nur Geschichten sind!
In diesem Kreislauf ist auch die Prizkau gefangen,
so das all ihre verschiedenen Geschichten sich zu –
nehmend ähneln.
Weidemann sieht es so: ,, Die Erzählerin, die Toch –
ter, ist wild entschlossen, den Vaterweg zu gehen.
Akzent wegtrainieren. Sprechen, wie alle sprechen.
Freunde suchen, Liebhaber suchen, die perfekt sind.
Perfekte Haut, perfekte Eltern, perfekte Deutsche„.
Nur die perfekte Geschichte, die bekommt sie ein –
fach nicht hin!
Daher auch das Fazit: ,, Prizkau, Feuilleton-Redak –
teurin der „FAS“, schreibt ich-fundierte Fiktionen
in einer schönen, knappen, klaren Sprache„. Viel –
leicht hätte der ,,SPIEGEL„ seine hauseigenen Re –
lotius-Artikel aucheinfach als ,,Fiktionen„ bewer –
ten sollen. So aber blieb es dem Leser überlassen
zu entscheiden, was bei Class Relotius und Anna
Prizkau nun Fiktion und was die Realität ist, aber
Letztere scheint in den Redaktionsstuben schon
lange abhanden gekommen zu sein!
Damit spricht sie nun wirklich Millionen von Mi –
granten in Deutschland aus der Seele. Dieselben
werden geradezu durch ihr Buch dazu animiert
ihre eigenen Geschichten zu erfinden und auf –
zuschreiben. Das Leben, wie in einem Roman,
wird nun endlich auch in Deutschland reale
Wirklichkeit!

4 Gedanken zu “Anna Prizkau patzt

  1. In Lateinamerika nennt man das Telenovela.

    Wir sollten umsatteln. Eigentlich bildet ja nur RTL2 wirklich, wie Broder schon sagt. Da erfährt man, was gehört werden will. Ich mach den Anfang:

    „Eines Tages bin ich mit meiner Tochter an den Strand gegangen und da ist es passiert. Ein Macker läuft an ihr vorbei und schaut unverholen auf ihren üppigen Busen. Meine Tochter ist völlig verunsichert, weil sie weder weiß, ob sie sich wirklich als Frau sieht, noch ob der weiße, heteronormative Mann sie nicht vergewaltigen will. Selbstverständlich blieb ich bei ihr und hab ihr versprochen, ein Zweithandy zu kaufen, damit Sie immer die Polizei rufen kann, sollte der Akku von einem Handy ausgefallen sein, während ein Mann versucht, sie zu vergewaltigen. Wir lehnen Waffen ab, weil wir der Polizei unsere Sicherheit auch beim Spaziergang durch das Bereicherungsviertel anvertrauen mögen möchten würden. Meine Tochter ist ohnehin stark und könnte ohne Strapazen eigentlich sogar zum Militär, wenn sie wollte. Aber das Militär lehnen wir natürlich ab. Die Polizei auch.“

    Frohe UN Osterhasengedenktage!

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    • Ja das mit dem Angucken ist ja immer so eine Sache.
      Viele der People of Color, die nun infolge der BLM –
      Kampagne auch mit rassistischen Erfahrungen in
      Deutschland auftrumpfen wollen, könne bei näherer
      Nachfragung nur angeben, von den Deutschen
      immer so seltsam angesehen zu werden.
      Ich hatte gerade letztens im Zug so eine Erfahrung
      mit so einer People of Color, die höchsten 20 Jahre
      wenn überhaupt so alt war. Wahrscheinlich psychisch
      krank brüllte sie die ganze Fahrt über wild herum
      und machte einen verwirrten Eindruck. Ich fragte
      mich bei ihrem Anblick, wozu die Merkel-Regierung
      deren Fachkraft wohl so dringend benötigte. Aber
      wahrscheinlich wird sie, sobald sie alle deutschen
      Papiere beisammen und ein paar Brocken Deutsch
      gelernt hat für die Grünen im Bundestag kandidieren
      oder für irgend so eine NGO arbeiten. Ansonsten
      bleibt ihr nur ,wie der Prizkau, übrig ihre rassistischen
      Erfahrungen in Deutschland in Buchform verarbeiten
      oder als Quoten-Farbige in Talkshows der Ersten Reihe
      auftreten zu müssen.
      Auf jeden Fall wertete ich sie als ganz besondere kulturelle
      Bericherung meiner Fahrt mit der Bundesbahn.

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      • Ich hatte schon einmal in einer Bahn (ich glaube U-Bahn) im Reichshauptslum erlebt, wie ein Typ sich in der Nase bohrte und dann der deutschen Begleiterin im Gesicht rumfummelte. Aber die war ihm so zugetan und hat ihn so begluckst, dass ich mich absolut zurückgehalten hab. Die mag das so. Man soll ja nicht so sehr zurückschauen. Andere sind schon beim Rückblick auf Sodom zur Salzsäule erstarrt.

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