100 Meisterwerke des Qualitätsjournalismus- Heute: Dominik Lenze trifft Andreas Kemper

Sichtlich hat man als Soziologe nicht viel zu tun und
steht so jederzeit den Zeitungen zur Verfügung. So
kann sich denn die „ZEIT“ auch damit brüsten : ,, Der
Soziologe Andreas Kemper hat die Verflechtungen
akribisch recherchiert„.
Damit ist dessen Verschwörungstheorie gemeint,
dass Rechte und Querdenker zusammen mit dem
Goldhändler Degussa den Staat stürzen und eine
neue Weltordnung schaffen wollen. Diese seien
die neuen Libertären.
Schnell wird klar, dass es mit der „akribischen“
Recherchiere nicht weit her ist. Dieselbe besteht,
wie in diesen Kreisen üblich zumeist nur aus
googlen und von anderen abzuschreiben, in
diesem Fall beim „Störungsmelder“. Der Ein-
äugige unter all diesen Blinden hat bestenfalls
noch ein Buch über die Sache gelesen.
Das wird schnell beim Lesen des Interviews
deutlich. Letzten Endes hat Kemper nicht viel
außer ein paar Vermutungen im Gepäck. Bei
etwas Handfesten muss gleich bis Honduras
ausweichen! So darf man stark anzweifeln,
dass man z.B. bei Degussa in Gruppen darü-
ber spricht ,, sich für den nahenden Umsturz
zu bewaffnen„. Immerhin waren ja beim letz-
ten Mal die sieben Sachsen, die angeblich so
was von kurz davor standen in der Bunten
Republik den Umsturz herbeizuführen, we-
nigstens noch mit einem Luftgewehr bewaff-
net! Aber die von Degussa Goldhandel sind
natürlich viel gefährlicher, denn die könnten
demnächst den Linksextremisten von der
Zivilgesellschaft mit Goldbarren bewerfen,
und da sieht dann jeder linke Bombenbauer,
selbst wenn er mit dem Demokratiepreis sei-
ner Landesregierung geehrt, dann ziemlich alt
aus.
Der Soziologe Andreas Kemper wirkt ein wenig
wie der Professor in der Schlußszene des Films
„Tanz der Vampire“. Während der Professor
durch die Welt hinauszieht, um das Böse zu be-
kämpfen, sitzt dasselbe bereits hinter ihm im
Schlitten. So wie der Linke, der im Internet arg-
wöhnisch besorgt das Treiben der Rechten ver-
folgt, während der eigene Sohnemann im Keller
die Bomben für den nächsten Antifa-Einsatz bas-
telt!
Auch Dominik Lenze von der „ZEIT“ ist nicht als
der Mann bekannt, der es versteht gut zu recher-
chieren. Das geht schon aus seinen Fragen hervor,
mit denen er Kemper die Stichworte zuwirft, wel –
che derselbe für seine Goldhandel-Verschwörung
benötigt. Es sind Sätze wie dieser: ,,Milliardär von
Finck und Degussa Goldhandel waren mutmaßlich
auch an der Finanzierung der AfD beteiligt„. Mut-
maßlich soll hier wohl heißen, dass Lenze keinerlei
Beweise für seine Vermutung hat und auch nicht
der Mann ist, der sie herbeischaffen könnte. Und
der akribische Kemper hat an dieser Stelle auch
nichts mehr als ein paar Allgemeinsätze über die
AfD, für die er noch nicht einmal einen Beweis ins
Feld führen kann. Mit seiner Verschwörungstheo-
rie “ Alle wollen erst einmal den Umsturz“ endet
denn auch prompt das Interview.
Im Grunde genommen haben wir hier das typ-
ische Muster einer jeden Verschwörungstheorie:
Ein paar Leute, die sich kennen, von denen der
Eine irgendwann mit dem Anderen zusammen-
gearbeitet. Dazu werden ein paar Bewegungen
wie Querdenker oder Libertäre, und nicht zu ver-
gessen die Rechten, die in keiner linken Fantasie
fehlen dürfen, mit vermengt, und schon hat man
die klassische Verschwörungstheorie! Wir sind
uns sicher schon bald in linken Blättern wieder
von der „Goldbarren-Connection“ etwas zu lesen,
aber dann von einem Politologen erklärt!
Alles was wir aus dem „ZEIT“-Artikel letztendlich
erfahren, ist es, wie es aussieht, wenn ein gewöhn-
licher Soziologe es versucht nur gefühlt akribisch
zu recherchieren! Da wollen wir gar nicht erst wis-
sen, wie sich eine gründliche Recherchiere bei der
„ZEIT“ anfühlt. Aber auf diese Erfahrung werden
wir wohl noch ein wenig bis ewig warten müssen!

Quelle :
https://www.msn.com/de-de/finanzen/top-stories/libertarismus-im-kampf-gegen-den-staat/ar-AAPfekQ?ocid=msedgdhp&pc=U531

4 Gedanken zu “100 Meisterwerke des Qualitätsjournalismus- Heute: Dominik Lenze trifft Andreas Kemper

  1. Ja, die ZEIT bewegt Himmel und Hölle, um sich immer wieder aufs Neue zu unterbieten und der Text ist wieder absolut unterirdisch. Ich kann nicht mal die Charakterstörungen aufzählen, die man für so etwas verantwortlich machen kann. Im Mittelalter hat man angenommen, dass solche Leute jedes Mal ihre Hüllen fallen lassen und Satan begatten, wenn er vorbeikommt. Das ist vielleicht auch die einzige vernünftige Erklärung.

    Die Masche von dem Typ ist wieder, dass man erst ein möglichst wirres Exemplar einer Gattung dem Publikum vorstellt, bevor andere aus Versehen in die Öffentkeit geraten. Der hat vermutlich schon recherchiert, lügt aber bewusst darüber, welche Positionen Libertäre typischerweise haben. Es geht nicht um einen Goldhandeltyp, sondern um Achgut und Tichys Einblick. Aber die breite Masse soll möglichst wenig von solchen Kreisen erfahren und bekommt Libertäre möglichst schrill vorgestellt, bevor die selbst zu viel zu hören sind. Broder kommt ab und an mal beim TV-Sender von der Welt ans Mikro, aber selten und zu harmlosen Themen wie Israel. Tichy wurde früher in den verschlafenen Presseclub eingeladen. Aber selbst das wurde eingestellt. Liberale/Libertäre Sichtweisen sind in der Öffentlichkeit kaum bekannt und müssen erst mit UFOs aufgeladen werden.

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  2. Nebenbei läuft die ZEIT zu Recherchehöchstleistungen auf, wenn es um den nebensächlichsten Kleinkram geht, den man gegen die AfD vorbringen kann. „Wir waren im Nest x und haben mal angeschaut, wer den Wurfzettel ‚Deutschland y‘ WIRKLICH finanziert“. Die großen Medien hocken auch auf Erpressungsgut, dass sie häppchenweise raushauen. Die Pandora-Papiere sind auch nur für den tschechischen Wahlkampf öffentlich gemacht worden. Ich vermute mal, dass auch die Staatsanwaltschaft jetzt zu Sebastian Kurz ermittelt, wegen den Papieren. Ich wette, dass „zufällig“ wenig linke Politiker unter dem veröffentlichten Material kompromittiert werden. Die betreffenden Politikern wie Sebastian Kurz will ich aber auch nicht verteidigen.

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    • Mit Ausnahme der „ZEIT“ bieten allenfalls noch „taz“
      „Tagesspiegel“ und die „Süddeutsche Zeitung“ solche
      herrliche Vorlagen für die Meisterwerke des Qualitäts-
      journalismus.
      Aber zur Zeit ist die „ZEIT“ mein absoluter Favorit.
      In dieser Hinsicht sind sogar die Bezahl-Artikel ihr
      Geld wert.
      Aber wenn ich die talentbefreiten Autoren mit einem
      Abo zu unterstützen anfange, werde ich selbst da –
      durch bald zu einem dieser Autoren, die unter jedem
      ihrer Beiträge einen Spendenaufruf in eigener Sache
      veröffentlichen müsste.

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      • Ja, die ZEIT ist und bleibt auch das beste Satireblatt. Leider meinen die es ernst und sind auch das „Hirn“ der Grünen. Ich beäuge die schon aus strategischen Gründen, weil dort immer als erstes ausgekocht wird, was später an anderer Stelle seine Runden dreht.

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