100 Meisterwerke des Qualitätsjournalismus- Heute: Roter Kaviar und SUVs

Im „Berliner Kurier“ hat Peter Althaus den Auftrag
übernommen, einen Bericht des MDR über Ukrai-
ner schönzureden.
Im Grunde aber bestätigt Althaus nur das große
Desinteresse, dass Ukrainer an dem Land haben,
in dass sie geflüchtet sind.
Selbstredend und für solch Journalistenschlag
durchaus üblich, recherchiert Althaus nicht vor
Ort selbst, sondern begnügt sich mit den üblichen
Telefonaten. Dies wird an der Stelle deutlich, an
der Althaus es schönzureden versucht, dass viele
Ukrainer mit großen Autos bei der Berliner Tafel
vorfahren. Althaus fährt natürlich nicht persön-
lich zur Tafel, um dort vor Ort zu recherchieren,
mit welchen Autos die Ukrainer vorfahren. Eben-
so wenig, wie er sich persönlich vor Ort davon
überzeugen täte, wie sich Ukrainer in der Tafel
benehmen. Im gewohnt tendenziösen Stil be-
gnügt sich Althaus damit ein paar Tafel-Mitar-
beiter zu befragen. Persönlich vor Ort hätte er
ansonsten noch die im MDR-Beitrag erhobenen
Vorwürfe gegen die Ukrainer bestätigen müssen.
Aber sein Parteiauftrag lautet ja die Sache mit
den Tafeln zu beschönigen.
Etwa zum Thema geforderten Kaviar. Dazu heißt
es dann bei Althaus: ,, In der Ukraine gilt Kaviar
keineswegs als ungewöhnliche Delikatesse wie in
Deutschland. Seit Sowjetzeiten ist es dort üblich
an Geburtstagen und zu Neujahr die Fischeier auf
dem Tisch zu packen. Eine kleine Dose roter Ka-
viar kostet dabei nur ein paar Euro„. Selbstre-
dend kann Althaus dabei auf keinen einzigen
Ukrainer, – ja noch nicht einmal auf den genere-
üblichen Anonymen -, verweisen, der da nun in
der Ukraine sozusagen mit dem goldenen Kaviar-
löffel im Mund geboren oder haufenweise bei
jeder Gelegenheit roten Kaviar isst!
Auch beim Thema dicke Autos, hier in Form von
SUV, ermittelt Althaus natürlich nicht selbst vor
Ort, sondern begnügt sich mit der im MDR ge-
zeigten Szene, die er dann in seiner üblichen
Art und Weise zu beschönigen versucht: ,, Auf
dem Bild ist lediglich ein Subaru zu sehen. Also
ein Mittelklassefahrzeug, das auch in Deutsch-
land keineswegs im gleichen Segment angesie-
delt ist wie BMW oder Mercedes„. Einen Ge-
genbeweis, dass die Ukrainer nicht doch auch
mit SUV, Mercedes oder BMW bei der Tafel
vorfahren hat er allerdings nicht.
Also versucht es Althaus mit dem typischen
Kunstgriff der Ablenkung, indem er uns nun
den Subaru-Fahrer als Opfer präsentiert. So
heißt es dann bei ihm: ,, Das ukrainische
Kennzeichen KA steht für den Oblast Kyjiw,
also die Vororte außerhalb der ukrainischen
Hauptstadt. Zu diesen gehören auch die Städte
Borodjanka, Irpin und Butscha. Gerade in die-
sen Orten wurden viele Häuser zerstört, Zivi-
listen gezielt ermordet. Wer fliehen konnte,
floh„. Jedoch da Althaus selbst nicht zu dem
Fall zu recherchieren vermag, und so den Fah-
rer nicht ausfindig machen konnte, so bleibt
es eben bloße Behauptung, dass der Fahrer
in Oblast Kyjiw irgendwelche persönlichen
Opfer und Einbußen erlitten hat. Das spielt
also keinerlei Rolle aus welchen Ort das
Kennzeichen eines Ukrainers stammt, der
in einer Luxuskarosse bei der Tafel vorfährt.
Diese Information ist eben reine Ablenkung
vom eigentlichen MDR-Beitrag und keines-
wegs „problematisch“ wie Althaus es behaup-
tet.
Nun manövriert sich Althaus in die gefähr –
liche Lage der politisch unkorrekten Behaupt-
ung von Sozialbetrug durch Ukrainer. Natür-
lich recherchiert er auch dazu nicht, sondern
hilft sich mit einer Recherche des berüchtigten
Correktiv-Netzwerk aus der Lage. Muss dann
aber selbst offen eingestehen: ,, Dennoch sei
auch das Vorhandensein von Geld in der Uk-
raine erstmal kein Ausschlussgrund für Be-
dürftigkeit„!
Und was nun kommt, schlägt den Fass den
Boden aus. In medialer Vollverblödung er-
klärt Peter Althaus den MDR-Beitrag zur
rechten Verschwörung! Der populistische
Verschwörungstheoretiker Althaus schreibt
nämlich: ,, Ein Grund, warum der Beitrag
rechte Narrative bedient, ist auch, dass es
dem Artikel beinahe vollständig an ukrain-
ischen Stimmen mangelt. Lediglich eine
Ukrainerin kommt zu Wort„. Der einzig
rechte Narr ist hier Althaus selbst, denn
in seinem Beitrag kommt überhaupt kein
Ukrainer zu Wort!
Aber der Verschwörungstheoretiker geht
noch weiter und beschuldigt nunmehr die
Grit Hasselmann, von welcher der MDR-
Beitrag stammt, eine prorussische Agen-
tin beim MDR zu sein. Da Althaus sicht-
lich schon mit einfachster Recherche, die
früher mal das eigentliche Handwerk ech-
ter Journalisten war, völlig überfordert, so
muss er sich eben mit der Hasselmanns
Facebook-Profil begnügen. Beim Herum-
schnüffeln kommt Althaus zu dem Schluß:
,, Ein Blick auf das Facebook-Profil von Grit
Hasselmann wirft dabei jedoch mindestens
Fragen auf. Dort finden sich mehrere Beiträge
und Kommentare mit russischen Narrativen„.
Selbstverständlich erwartet schon an dieser
Stelle keiner, der wenigen „Berliner Kurier“-
Leser, dass Althaus imstande wäre auch nur
eine dieser Fragen zu beantworten!
Es ist das typische Verhalten dieser Journalis-
ten-Blase, dass, wenn man zu dumm ist etwas
zu widerlegen, eben einfach den Verfasser des-
sen angreift!
Als wäre es der absolute Beweis, mit dem man
den Beitrag der MDR-Mitarbeitern der Unwahr-
heit überführt, weil diese sich privat bei Face-
book nicht 100 Prozent linien – und systemtreu
gibt! Wie blöd ist dass denn? Und um wieviel
blöder muss man sein, so etwas zu behaupten?
Aber ein Peter Althaus kann noch dümmer!
So schreibt er: ,, Doch hilfreich war der Beitrag
für die Geflüchteten wohl kaum. Auf einem russ-
ische Propagandakanal auf Telegram wird der
Artikel bereitwillig aufgegriffen„.
Es ist nicht Aufgabe des echten Journalisten
dem politischen System oder anderen Hilfe
zu leisten, sondern wahrheitsgemäß und sach-
lich-objektiv zu berichten! Ginge es nach einem
Althaus würden unschöne Wahrheiten nie be-
richtet, einzig weil sich der politische Gegner
dessen bedienen könnte. Also beweist Althaus
in seinem Artikel auch außer seiner grenzen-
losen Dummheit überhaupt nicht!
Um aufzuzeigen, wie vollkommen gestört die-
ser Journalist ist, braucht man nur seine ei –
gene Messelatte ( Vorwürfe die er anderen
macht) auf ihn selbst anlegen. Demnach
wäre Peter Althaus ein Journalist der rechte
und prorussische Narrative bedient, denn
in seinem Beitrag über ukrainische Flücht-
linge in Deutschland kommt nicht ein
einziger Ukrainer zu Wort!

Hier wie immer der Original-Artikel:
https://www.msn.com/de-de/finanzen/top-stories/kaviar-und-suvs-mdr-beitrag-macht-stimmung-gegen-ukrainische-fl%C3%BCchtlinge/ar-AA122wlC?ocid=msedgdhp&pc=U531&cvid=279a0cf694824d5ea178780823d90375

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