Frank-Walter Steinmeier: Erinnerungskultur versagt

Not my President

Ausgerechnet der fanatische Betroffenheitsfetischist
Frank-Walter Steinmeier patzte dabei seiner tiefen
Betroffenheit Ausdruck zu verleihen. Dabei begab
sich der Bundespräsident, wie der berühmte Esel
auf dem Eis, seit Jahren auf allen politischen Glatt –
eiszonen sicher auf dem buntdeutschen Eis, dass
sich nach 1945 über dem Nationalsozialismus aus –
gebreitet. Von daher war es nur eine Frage, bis er
voll einbricht oder zumindest einmal gründlich
ausrutscht.
Genau dies passierte nun dem ewig Gestrigen, der
nur in seiner Erinnerungskultur aus der Zeit des
Nationalsozialismus lebt, ausgerechnet, als er in
einer Rede die deutsch-russische Gaspipline Nord –
stream 2 zu verteidigen suchte. Wie immer ganz in
seiner Erinnerungskultur wie der Vogel in seinem
Bauer gefangen, schwelgte sich Steinmeier wohl
ein wenig zu viel in alten Kriegserinnerungen, viel –
leicht auch davon etwas irritiert, dass schlichtweg
keinerlei Juden darin vorkommen sollten. Von da –
her mussten nun notgedrungen Russen als ewige
deutsche Opfer herhalten.
Dies wollte der ukrainische Botschafter in Berlin,
Andrij Melnyk, nicht gelten lassen. Immerhin hat
Steinmeier es unterlassen die ukrainischen Opfer
extra zu erwähnen! Immerhin baut in der ja soge –
nannten Erinnerungskultur alles auf Opfer anstatt
auf Fakten auf. Daher gilt es als Fehltritt, wenn ja
ein Opfer der Deutschen nicht erwähnt. Und wie
die Polen, so rühmen sich auch die Ukrainer des –
sen, nicht nur Opfer der Deutschen, sondern auch
der russischen Sowjets geworden zu sein. Von da –
her schalt man nun Steinmeier wegen seiner frag –
würdigen Argumente.
Die FAZ nennt dies ,, Der Bundespräsident ist in
seiner Zeit als Außenminister oft damit konfron –
tiert worden, welche Schmerzen die schlecht ver –
heilten Wunden des 20. Jahrhunderts im Osten
Europas bis heute bereiten „. Allerdings kon –
frontiert sich der Bundespräsident als ein ausge –
sprochener Betroffenheitsfanatiker am liebsten
selbst damit in seinen Reden!
Tja hätte Steinmeier doch nur ein einziges Mal aus
dem Blickpunkt der Gegenwart gedacht. Aber die
Sicht des Bundespräsidenten war wohl gerade et –
was mit Alexei Nawalnys Schlüpfer als Corona –
Maske etwas verdeckt gewesen, und so war in sei –
ner Rede eben vom 80. Jahrestag des deutschen
Angriffs auf die Sowjetunion die Rede, anstatt da –
von welchen Nutzen Nordstream 2 den Deutschen
bringt.
Natürlich sind die ewigen Opfer der Deutschen und
Russen, Polen und die Ukraine noch etwas sauer,
weil die Pipeline um sie herum gelegt und sie so
nun nicht gemäß ihrer ewigen Opferrolle beide ge –
hörig abkassieren können. Von daher hätten Stein –
meiers Äußerungen schon etwas überlegter ausfal –
len können. Aber vielleicht suchte der Bundesprä –
sident ja auch den Streit. Immerhin war die Streit –
kultur mit all den nie geführten Dialogen ja lange
Zeit sein zweitliebstes Redenthema! Andererseits
fällt es so einem alten ewig Gestrigen, nur in sei –
ner Erinnerungskultur lebenden Bundespräsiden –
ten zunehmend schwerer die immer auch,, die his –
torische Dimension im Blick„ zu behalten, sozu –
sagen als das ,,größere Bild„. Dazu sind 20 Mil –
lionen Russen doch eine ganz andere Dimension
als 6 Millionen Juden, bei deren Nennung einem
niemand ins Wort fällt oder es sich wagen würde
öffentlich daran Kritik zu üben. Von daher muss
der Bundespräsident nun seine gesamte Erinner –
ungskultur auch auf ander Opfer umstellen. So
ein Fehltritt wäre ihm an all den Holocaust-Ge –
denktagen nie passiert!
Hätte Steinmeier doch bloß nicht sein Plädoyer
für die Gaspipline mit der Erinnerung an den
deutschen Vernichtungskrieg gegen die Sowjet –
union verknüpft. Aber was soll er denn anderes
als Süchtiger nach Betroffenheitsbekundungen
machen? Ohne Opfer gibt es nun einmal keine
Betroffenheit!
Auch bei der Erwähnung des Falles Nawalny
hätte sich der Bundespräsident lieber seiner
eigenen Rede auf der Sicherheitskonferenz in
München erinnern sollen, wo er selbst gesagt:
,, Deutsche Außenpolitik habe sich zu oft in
moralischen Vorverurteilungen erschöpft„.
Aber das ist eben ein weiterer Schwachpunkt
seiner Erinnerungskultur, dass es mit der ei –
genen Erinnerung stets hapert!

Neue ,,Beweise„ im Fall Nawalny

Die ,,erdrückenden„ Beweise im Fall der angeblichen

Vergiftung des Kreml-Kritikers Alexei Nawalny werden

eher zunehmend lächerlich.

Nunmehr kommen uns dessen ,,Mitarbeiter„ mit einem

Beweisvideo, dass zeigen soll, dass Nawalny in seinem

Hotelzimmer vergiftet worden. Das ,,Beweisvideo„

soll vom 20. August 2020 stammen. Obwohl man zu –

vor die unbescholtenen Mitarbeiter eines Flughafen –

Cafe bezichtigte, ihn mit einer Tasse Tee vergiftet zu

haben, sieht man nun die Mitarbeiter von Nawalny

eifrig in einem Hotelzimmer Sachen in einer blauen

Mülltüte stopfen, und gut platzierte Mineralwasser –

Plastikflaschen  der Marke der „Swjatoj Istotschnik„

filmen. Sichtlich war die Marke, die übersetzt ,,Hei –

lige Quelle„ bedeutet, den Mitarbeitern von vorn –

herein sehr verdächtig.

Wenn man stets davon ausgegangen, dass Nawalny

mit einer Tasse Tee auf dem Flughafen vergiftet wor –

den, warum durchsuchten seine Mitarbeiter dann

schon am Tattag sein Hotel und sackten alles ein?

Warum lief auf den Videoaufnahmen keine Datums –

angaben mit, wie es doch gerade bei einer Beweis –

aufnahme unerlässlich ist? Warum taucht das Video

nun erst Wochen später im Netz auf?

Natürlich wurden sogleich Spuren von Nowitschok

in eine der Mineralwasserflaschen gefunden. Im

Video waren mindestens drei dieser Flaschen zu

sehen. Wie konnte man sicherstellen, dass Nawalny

ausgerechnet aus dieser Flasche trinkt? Wäre das

Gift in allen Flaschen gleich viel verteilt, hätte der

Kremelkritiker praktisch die dreifache Menge des

Giftes zu sich genommen. Warum hätte der russ –

ische Geheimdienst, wenn er angeblich für den An –

schlag verantwortlich wäre, nicht umgehend alle

Beweismittel vernichtet, unmittelbar nach dem

Auschecken Nawalnys aus seinem Hotelzimmer?

Stattdessen hätten sie so seelenruhig zugesehen,

wie Nawalnys ,,Mitarbeiter„ später ins Hotel zu –

rückkehren und alles einsacken?

Wenn das nun in Netz gestellte Video von Anfang

an als Beweisvideo gedacht, warum ließ man dann

die als Beweis unumgängliche Anzeige von Satum –

und Uhrzeit absichtlich weg, so das dies Video kei –

nerlei Beweiskraft besitzt. Es könnte zu jedem Zeit –

punkt nachträglich in irgendeinem gerade leer ste –

hendem russischen Hotelzimmer nachgedreht wor –

den sein!

Stellte das Hotel in Tomsk am 20.August Strafan –

zeige, wegen Entwendung von Gegenständen aus

einem Zimmer ihres Hotels?

Wie wurden die dort entwendeten Gegenstände so –

dann ins Ausland geschmuggelt, um sie dort zu un –

tersuchen?

All das will oder kann man uns nicht erklären, und

so werfen die angeblichen ,,Beweise„ deutlich mehr

Fragen auf als dieses Video ,,beweist„!